Geschichte

Geschichte des Kellerganges:

Der erste Besitzer dieses Weinkellers war ab dem Jahr 1945 Hr. Bohuslav Minařík sen., der hier bis zu seinem Tod , also bis J. 2001 wann er im Alter von 76 Jahren verstorben ist, Wein produziert hat. Der Kellergang war ursprünglich länger als 120 m , aber rund um das Jahr 1970 wurde er wegen den Befürchtungen vor dem Einsturz mit Sand zugeschüttet. Wegen den Defekten auf der Kanalleitung über die Gänge kam es an dieser Stelle zur Versumpfung und im einem Fall in der unmittelbaren Nachbarschaft zum Einsturz des Ganges. Zum Glück war zu dem Zeitpunkt niemand drinnen, aber der ganze Wein auch mit dem sehr geschätzten Archiv war weg. Deswegen ist heute der Hauptgang nur 25 m lang. Im Jahr 2007 haben wir den Keller vom Hr. Bohuslav Minarik jun. gekauft.

Herr Bohuslav Minařík sen. war in Dobšice bei den deutschen Bauern – Franz und Anna Scheiber in der Nr. 78 als Knecht im Dienst. Das ältere Ehepaar kollabierte nicht mit den Deutschen und unterlag nicht zwingend den Beneschdekreten – der Vertreibung, aber sie fühlten sich als Deutschen und sind also weggegangen. Der junge Knecht beantragte bei der damaligen Nationalverwaltung um die Zuteilung des Gebäudes, der Felder und des Weinkellers und war erfolgreich. Zur Zeit der Gründung der Genossenschaften war jeder Landbesitzer auch mit den Familienbesitzern verpflichtet in die Genossenschaft beizutreten. Herr Minařík sen. wollte seinen Söhnen die Möglichkeit geben, ein anderes Handwerk zu lernen und deswegen tauschte er sein Haus um ein anderes Haus, zu dem kein Land gehörte, und so weichte er dieser Pflicht aus. Den Keller behielt er aber, weil er und der Weinbau, die Liebe auf den ersten Blick waren. Diese große Liebe blieb ihm das ganze Leben erhalten.

Interessanterweise führen wir ein, dass der Nachbarkeller (näher zur Hauptstraße) der altansässigen Familie Požárs aus der Nr. 75 gehörte und die Großmutter des derzeitigen Besitzers des Weinkellers Frau Marie Požárová diesen, weil ihre Grundstücke auch mit dem Weingarten die damalige landwirtschaftliche Genossenschaft Rozkvět bewirtschaftete und ihre Familie den Weinbau nicht betrieb, in den 70. Jahren um 3.000,- Kronen verkaufte.

Weil die Erwähnungen über die Besiedelung von Dobšice bereits aus dem 12. Jahrhundert stammen, haben wir einen schlagenden Grund zur Behauptung, dass die Geschichte der Errichtung der Weinkeller ca. 400-500 Jahre und vielleicht auch mehr zurück greift. In einigen Weinkellern in der Umgebung blieben ursprüngliche große Weinpressen aus dem Vollholz erhalten, in Dobšice befanden sich im Jahr 2008 – 5 Stück. Rest wurde von den Kellerbesitzer vernichtet, weil die heutigen, moderneren Pressen viel weniger Platz brauchen. Die größte erhaltene Presse in Dobšice ist die Presse mit einem 9 m langen Arm und mit dem Balkenausmaß von 57×57 mit einer gemeiselten Jahreszahl 1739. Diese befindet sich im Keller gegenüber der heutigen Schmiedewerkstatt  Švajka.

Man kann annehmen, dass diese Investition nur der Winzer machen könnte, der schon lange Zeit den Weinbau betrieb und der wahrscheinlich der Nachfolger der vorherigen Generationen der Winzer war und dass der Kellergang zur Lagerung seiner Produkte lange vor dem Kauf oder vor der Produktion dieser Riesenpresse bestand. Die örtlichen Einwohner waren Tschechen und Deutschen. Die Mehrheit der Einwohner von Dobšice vor dem Krieg bildeten Deutschen.

Diese zwei Volksgruppen hatten bis zur Eintritt der Nazis miteinander keine Probleme und haben sich oft bei der Aushebung der Gänge geholfen. Die Aushebung wurde vor allem in den Wintermonaten, wenn auf den Feldern keine Arbeit war, durchgeführt. Die Keller im unseren Gebiet sind unterschiedlich. Einige sind nur 2,5 m breit, 2,2 m hoch und lang vielleicht auch 200 m , andere haben viele Seitengänge und Nischen. Weitere Art des Kellers ist 5 m breit und bis 5 m hoch, aber diese Keller sind dann nicht lang. Eine Eigenschaft verbindet aber alle Keller, sie wurden manuell im Sandsteinmassiv gegraben  (eher mit den Hacken gekratzt). Nach den Augenzeugen wurden einige Keller für den Schutz vor den Luftangriffen während des Krieges verbunden.

Vor den Krieg waren hier keine Durchgänge. Heute sind sie zugemauert. Das ausgehobene Material war sehr hochwertig und wurde angeblich nach Wien geführt, wo es für die Stuckarbeiten auf den Häusern, Palästen und anderen bedeutenden Bauten der vermögenden Besitzer verwendet wurde. Die Weinkeller und vor allem dann die Weinverkostungen nützten vor allem die Znaimer Ausflügler aus. Die Winzer eröffneten an schönen Tage ihre Weinkeller, stellten die Tische hinaus und boten den Ausflüglern ihren Wein an.